Es war einmal?
Nein. Keine Märchenstunde!
Wenn Sie selbstständig sind und ein kleines Unternehmen mit Mitarbeitern führen, so kommen Sie um eines nicht herum:
Um Kontakte.
Von irgendwo her brauchste ja die Aufträge. Die Dinger ziehst du als Chef an Land und diese Aufträge erledigen deine Angestellten, die somit ihren eigenen Lohn mitfinanzieren. Du unterstützt auch mit einem prozentualem Anteil aus den Einnahmenbeträgen, die sich aus der Einnahmesumme solcher Aufträge ergeben, Steuereinzahlungen. Diese Zahlungen sind für das Allgemeinwesen deines Staates und was übrig bleibt, naja...
Ein guter Unternehmer investiert sein Geldüberbleibsel wiederum in seine Firma und nagt am Ende jämmerlich am Hungertuch.
Nein, das hier ist kein Spendenaufruf, sondern mahlemiuts möchte von einer Begebenheit berichten.
Es geht um zwischenmenschliche Kontakte.
Stellen Sie sich folgende Situation vor:
Sie haben eine Einladung zu einem Lieferanten erhalten. Sie wählten und kontaktierten diese Firma weil diese zukünftig Ihnen die Ware liefern sollte, die Sie im eigenen Ladengeschäft Ihrer Kundschaft anbieten möchten. Weiter möchten Sie wissen, wie die Produktion bei dem zukünftigen Lieferanten abläuft und mit wem Sie es in Zukunft zu tun haben werden.
Okay? Kommen Sie mit? Okay.
Sie sitzen nun adrett gekleidet und a bissi steif wie ein Brokkoli in einem hypermodernen Büro. Die Deckenlampe sieht so aus, als ob sie eine umgedrehte Milchkanne wäre, der Schreibtisch ist ein virtuelles Aquarium und permanent blubbern so Blasen an die Tischplatte. Diese virtuellen Blubberfische schwimmen immerzu hin und her.
Die Tapete ist eine Mischung aus ...
mh... und was weiss ich.
Undefinierbar. Irgendwie.
Der Bodenbelag ist einer Schlittschuhbahn ähnlich.
(Oder sind es die falschen Sohlen auf den Stöckelschuhen die Ihr Füsse quälen?)
Ihnen gegenüber hängt ihr Kontaktpartner in seinem Ledersessel, der mit integrierter Sitzheizung ausgestattet ist. Zumindest lassen die vielen Köpfe an der Sessellehne darauf schliessen. (So viele Knöpfe hat nicht einmal mein Auto!)
Alles in Allem: Alles hyperobermässig modern.
Beide Menschen sprechen miteinander -
oder auch nicht?!
Er: Ja das ist schon richtig. Jede unserer Abteilungen hat eigene Directories und diese Directories wiederum beschäftigen Teamsecretaries. So ist das nun einmal heute. Sie haben also mehrere Ansprechpartner für das eine Produkt in unserem Hause.
Aha. Früher hiess das mal Direktoren und Sekretärin. Da haste gewusst, dass zumindest sie wusste, dass der Chef bestimmt wusste und dass nur die Ehefrau von alledem nix wusste.
Er: Die ganze Firma besteht aus einem wirklich phantastischen Team! Unübertrefflich, harmonisch! Wir haben die letzen drei Jahre niemanden entlassen müssen. Alles passt.
Aha! Früher biste nur stempeln gegangen, wenn der Laden in dem du geschuftet hast, pleite ging. Von wegen Entlassungen wegen Nichtunterordnung vom Personal! Pah!!
Und damals hiess es Brigarde oder Kolonne.
Aber Team? Nee. Naja.
Wenn ich mich recht erinnern kann waren die Vorreiter in den 80ern die Friseure. Die Schnippelkolonnen schnippelten plötzlich alle in einem Team. Schneideteam. Friseurteam. Deren Teamchef hiess Jaque, Detlef, Alex oder Paul und seine erste Hand war nur Makulatur, aber nie sein Betthäschen - öhm, seine Sekretärin.
Ich wurde in meinen Gedanken unterbrochen.
Er: nämlich weiter: Um es Ihnen einmal zu verdeutlichen male ich es Ihnen auf unsere Wall auf. Unser Artdirector ist die Führung unserer einzelnen Creativteams. Sein persönlicher Berater, Herr H, sein Executiveofficer.
Uff. Wall? Wow. Das waren noch Zeiten.
Ich konnte mir ein Grinsen nicht verkneifen.
Pink Floyd schoss es mir durchs Hirn.
There is < An Other Brick In The Wall > stampfte es in meinem Hirn los. Beinahe hätte mein einer Fuss im Takt mit gewippt.
So viel Englisch verstehe ich nun auch noch:
Office ist ein Büro. Der Executive... war da nicht mal was mit der Justiz? Exekutive... Weiss nicht mehr so genau. Auf alle Fälle, wenn der Boss nen männlichen Sekretär beschäftigt...
Schmunzel...
Klappe, Mahlemiut! Reiss dich zusammen.
Ist nicht zeitgemäss was du nun denken magst.
Er: - voller Inbrunst: Unser Areamanager wird Sie selbstverständlich in regelmässigen Abständen aufsuchen.
Kenn ich. Das sind diese Grinsebuben im Billiganzug, die so abartig nach Rasierwasser stinken und sich dir an den Hals werfen wollen, nur damit sie ihre Ware an die Frau bringen können. Diese Grinsebuben nannten sich mal Gebietsverkausleiter.
Ihr Areamanager ist unser North-Area-Manager Robert. North für den Norden.
Dort, wo Sie leben.
Sie verstehen?
Ey, wenn du nun nicht die Klappe hälst und mit mir vernünftig redet, leg ich mich hier vor Lachen nieder.
North-Manager Robert. Ohweiohwei...
Des musste dir durch die Zahnlücken fliessen lassen:
Grins mi an, du, duhu Robbi Norzhhhzhh, schnurrr!
Er: Wir gehen nun rüber zu unserem Teammeeting des Artdirectors. Ihn werden Sie somit heute noch kennen lernen und wie versprochen auch unsere Head Of Promotion.
Head Of? Wo bin ich hier gelandet?
Head Of heisst doch in Deutsch: Kopf ab! Oder? Mist.
Mein Englisch ist mal gewesen!
Was heisst das noch mal in Deutsch?
Head Of?
Verflixt!
Wie komme ich aus dieser Nummer wieder raus?
Er noch beim Gehen durch den schmalen kalt wirkenden Flur Richtung nächster Glastür:
Wir talken bei einem Tässchen Cappu, okay? Sie mögen doch Cappu?
Gemeinsam traten wir in den Raum hinter einen fetten Glastüre ein und Reihum stürmten die dort Anwesenden auf mich zu, schüttelten mir zwar nicht die Hand, sondern zerrten mich dafür ungefragt an ihre Körper und schnalzten mich laut ab.
Bäh! Igitt!

Danach drehten sie sich wie von Geisterhand
automatisch wieder um und talkten mit irgendwem
weiter.
Eine Sie, namens Jay:
Oh,
Darling! Sorry, wir sind vor solchen Teammeetings
alle extremly busy!
Bissi?
Bissi blemm, blemm, gelle?!
Alle sassen nun in einem Kreis, die Luft war
durcheinander duftig, nee, im Grunde stanks
erbärmlich und die Blicke hingen kleistermässig an
mir.
Musterungsscan.
Das
zumindest haben die Jungen im Heute nicht abschaffen
können.
Ätsch. Durchschauhuuut!
Ich ersparte mir eine Charakteranalyse von jedem
einzelnen Duftenden.
Jay sass rechts von mir. Beim Abschmatzen war mir
schon aufgefallen, dass sie ein Nabelpiercing trug.
Die Lady ist echt offenherzig, klasse Kurven. Kannste
nix sagen. Basst alles bei ihr.
Er setzte sich links von mir, ergriff das Wort,
begrüsste alle mit Vornamen und stellte mich der
Runde vor.
Er:
weiter:
Wie in
Eurer Mail steht dreht sich unser Meeting mit
mahlemiut um einen Deal.
Eigentlich wollte ich ihm ins Wort fallen. Was der
mir hier andichtet, ist ja nicht zu fassen.
Ich deale?
Mit was denn bitte schön? Hosenknöbbe oder
wie?
Sein Glück, dass in diesem Moment ein Telefon durch
sein heftiges Ringeln das Ganze hier unterbrochen
hatte.
Jay
zu mir
gewandt: Sorry,
Darling! Unsere Hotline.
Dabei hielt sie mir ein schwarzes ringelndes Ding vor
die Augen.
Wow. Ich
dachte zwar das wäre ein Telefon das da ringelte. Die
haben hier also ne Hotline? Mh. Ich erinnere mich
noch dezent an diverse Werbeeinblendungen im
Fernseher mit so netten Dämlichkeiten, die sich mir
via Bildschirm schmackhaft machen wollten.
Ruuuuf mich
aaahhnnnn, Babyyyy... Hotline... Nummer...
Er wiederum neigte sich zu mir und flüsterte mir ins
Ohr: Sie ist die
Dame vom Office Management, wir brauchen sie bei
solchen New Dealmeetings, weil sie das Brainstorming
platziert.
Junge, ich
platz gleich hier, aber doch die ned! Der Laden hier
hat also ne Hotline? Und Jay macht Brainstorming? Na
klasse!
Im Grunde ein steiler Job. Die braucht also nix mehr
arbeiten, sondern lässt sich lässig locker täglich
den Wind durchs Hirn pusten?
Hirnpusting beim Storming.
Okay. Ich gebs zu. Soooo locker ist es nicht.
Denn wenn da oben nix ist, kann alles glatt
durchpusten. Chemieblond ist sie auch noch. Diese
Jay. Da kann echt nix mehr im Hirn hängen bleiben.
Hat ja die Pisastudie auch bestätigt. Ist es oben
leer, kann es durchs ganze Büro voll durch wehen ohne
anhalten zu müssen.
Weil da einfach nix ist, was den Storm aufhalten
könnte da im Oberstübchen.
Ich forme meine Lippen und lasse dezent ein
hauchendes W
zwischen ihnen
durchschmelzen.
Und damit
der Wind ned alle Blätter vom Disch weht hawwe die
hier sogar en Condroller. Der basst dann uff alles
uff.
Ich werd
echt alt.
Früher hat
ein Kontroller mir den Busfahrschein abgeknipst oder
stand wackelnd breitbeinig im Zug vor mir und hat mir
einen Wisch ausgestellt, weil... lassen wir
das.
Ist zu
Privat. Ned
Lachen - Modus
einstellen, gelle!
Der
Kontroller damals hat mir meine letzte Kohle aus der
Tasche gezogen.
Ganze dreissig Eier wollte der jedes Mal haben. Die
Jungs waren echt erbarmunslos und liessen nicht mit
sich verhandeln.
Ach ja.
Das waren noch Zeiten mit den Kontrollern.
Heute?
Heute scheint jeder jeden zu controllen!
Wie sieht es eigentlich mit Ihrer Kontrolle aus?
Wen oder was kontrollieren Sie denn so? In Ihrem
Umfeld?
Ihren Mann? Ihre Frau? Ihre Kids?
Alles im Griff? Ja?
So schön alle unter Kontrolle?
Möchten Sie eigentlich Opfer ständiger Kontrolle
sein? Kontrolle ausüben bedeutet Macht inne haben
wollen!
Sommerregen

Das
Original
<
2008
> ist hier zu finden.
Herr Lapplandblog hatte durch die Umstellung seines
Blogs wieder die Steilvorlage geliefert.
Der Tag wird kommen - die Maske wird fallen
und andere haben es wieder
mitbekommen.
Hilfreicher Input
Der Wahrheit entsprechend.
Nachträglich: Danke!
Leibhaftiges Weihnachten?!
Guten Tag, ich bin der Leibhaftige.
Manche von Ihnen kennen mich auch unter dem Pseudonym Satan, Diabolo oder Teufel. Luzifer und Mephisto klingen auch recht schmeichelnd in meinen spitzen Öhrchen. Äusserst erregend finde ich jedoch den Anruf von Euch, der da lautet:
Toi-Toi-Toi!
Ganze drei Mal ruft Ihr mich somit an!
Toi fel - Toi - fel - Toi fel!
Ahhhh... Welch Wonne in meinem Inneren!
Diese Anbetung an mich! Geil!
Sie fragen sich sicher warum ich hier schreibe?
Ganz einfach:
Ich will für Sie endlich einmal nach so langer Zeit ein Missverständnis aufklären.
Ja! Extra nur für Sie! Das haben Sie sich verdient, ehrlich! Na, na, na! Nur nicht so skeptisch!
Ich mache Sie doch reich - täglich sogar.
Merken Sie das etwa nicht? Achten Sie in Zukunft darauf! Ich bin ganz nahe bei Ihnen!
Kommen wir zu meinem Hiersein zurück:
Im Grunde können Sie mir für alles, was Sie ankotzt, die Schuld zuschieben. Ist so. Ich nehme das sehr gerne auf mich.
Nehmen wir irgendwelche Katastrophen als Beispiel. Na?
Wem schieben Sie die Schuld zu? Mir natürlich!
Gerne nehme ich auch die Schuld bei einem Krieg, bei einem Unfall oder bei einem Verbrechen auf mich. Das machen alles nicht Ihr, die Menschen, oh nein!
Das mache alles ich!
Das sind Kleinigkeiten für mich.
Echt wahr!
Woran ich aber total unschuldig und zwar unschuldiger als unschuldig bin, das nennt sich Weihnachten! Gut, zugegeben, da gestalten meine zarten Fingerchen zwar schon bei wundervollen Begleiterscheinungen mit, ich erwähne da nur den Preiskrieg an der Glühweinfront, oder die immer wieder kehrende Geschenkeschlacht bei Ihrem Familienfest. Beim Komasaufen und beim großen Festfressen beim Besuch Ihrer Omma.
Da bin ich voll dabei. Das muss aber nicht sonderlich erwähnt sein, denn den Zinnober schenke ich Ihnen eh alles. Ist doch klar, oder?
Das ist schliesslich das Fest der Liebe.
Die Wurzel von dem ganzen Übel, also die von diesem Weihnachten, das hat der Alte da oben selbst verbockt! Doch! Ist so!
Wenn ich Ihnen sage! Hören Sie mal! Ich muss das doch wissen, denn ich selbst wollte doch dem Alten da oben in die Suppe spucken - damals, vor... ähm.... vor.... ach ja, vor 2000 Jahren!
Mönsch, wie die Zeit vergeht. Ist das schon so lange her? Egal!
Auf alle Fälle hatte ich vor, dass diese, wie hiess die noch mal... irgendwas mit M... Miri... ne! Mu... auch nicht.... Moni.... ach nein... klingt auch nicht.....
Ah! Jetzt fällt es mir wieder ein: Maria!
Also dass diese Maria eine Lehrstelle als Näherin in Nazareth bekommt. Ja. Das wollte ich. Damals!
Die Tussi war schon so knapp davor, diesem Dödel Josef den Laufpass zu geben, da schwängert der Alte da oben doch die Kleine.
Ist wahr! Wenn ich Ihnen das sage!
Mir können Sie glauben.
Und weil es nicht genug war, quatschte noch diese Goldlocke von Gabriel auf diese Maria so lange ein, bis die sich diesen Josef schnappte um auf eine Volkszählung nach Bethlehem zu latschen.
Ich frage Sie:
Tickten die noch ganz sauber - damals?
Aber Sie kennen mich ja! Ich gebe nie auf. Nie!
Ich? Niemals! Auch damals schon nicht. Ja, ja, ich habe lange Zeit Übung in den Dingen, die ich vorbereite - auch für Sie.
Wieder zurück zu denen von Damals.
Ich alleine, jawohl, ich... ich trug damals Sorge dafür, dass diese beiden in keiner Herberge ein Zimmer bekamen und ich schickte diese drei Onkels zu diesem König Herodes von Judäa. Als der erfuhr, dass sein eigener Nachfolger geboren werden sollte... also was Herodes damals vom Stabel ließ, ne!
Das kann ich hier nicht offen sagen!
Um es jedoch mit den Worten seiner Verwandten in England auszudrücken:
I am not amused!
Dieser Herodes war also damals so erfreut über die Nachricht, dass er auf mein Kommando hin, ein Massaker an allen Neugeborenen durchzog.
War schon klasse!
Wie die da so hilflos wimmerten, diese Kleinen und diese Mütter erst!
Lassen wir das mal ausser Acht. Leider hat der Alte da oben auch so seine Tricks – und dieser sein Sohn überlebte!
Sie? Der bekam sogar eine Party on the Heu geschmissen!
Echt wahr! Wow! Das Ding war der Knüller. So richtig Ramba - Zamba. So eine Art First Night Show. Als damals der Letzte total besoffen die Party verliess, war die Urform vom Kapitalismus fertig.
Naja. Glotzen Sie doch nicht so dämlich. So nennt sich doch die bei Ihnen herrschende Religion, oder etwa nicht?
Leute! Begreift doch. Ich habe nicht versagt!
Ganz im Gegenteil.
Schaut doch im Heute Euer Weihnachten an:
Der Oppa wird im Altersheim vor lauter Stress vergessen, die Omma wird mit neer Pulle Alk beglückt, nur damit sie endlich schläft und keinen Zoff wegen dem Erbe, das Sie sich ausrechnen, macht. Sie müssen noch dieses und jenes Geschenk kaufen, denn was soll die Verwandtschaft bloss von Ihnen denken? Das Tannenzeug muss auch noch gekauft werden und muss ja auch noch klitzern, gelle?
Sie sind ja noch so blöd und merken nicht mal, dass Ihnen auf meine Veranlassung hin nach einer Nacht Oh Dannepaum der Ihnen sogar die Bude vollnadelt!
Ist echt super, wenn so ne Hausfrau dann auf allen Vieren rumkriecht um die Nadeln aus den Teppichschlaufen zu fischen.
Nur, das ist alles harmlos verglichen mit der Vorstellung von vor ... wann war das noch mal? Ach ja. 2000 Jahren!
Da hat sich doch der Alte da oben echt was einfallen lassen. Ich meine damit diese ursprüngliche Vorstellung vom Bescherungsritual.
Wie?
Kennen Sie nicht?
Wissen Sie nicht?
Echt nicht?
Bei denen ihren Parties damals fehlte nie ein Brandopfer. Nie!
So ein Brandopfer - lassen Sie das vor Ihrem geistigen Auge einmal vorrüber ziehen, solch ein Brandopfer!
Haben Sie ein solches Brandopfer vor Ihrem geistigen Auge?
Ja? Prima. Sehen Sie es vor sich? Ja? Wie es da liegt. Sehen Sie es?
So ein Brandopfer war nicht unbedingt schon vorher tot, gelle! Die lebten noch. Einige zumindestens. Die wurden lebend gebrandopfert.
Dann sehen Sie auch wie es beginnt zu zündeln.
Sehen Sie es? Ja?
Jetzt hören Sie mal genau hin.
Hören Sie, wie diese Brandopfer vor Schmerzen aufschreien, wie sie sich aufbäumen in den Flammen?
Riechen Sie mal.
Riecht doch geil, oder?
Mh... so ein Brandopfer....
Das war der Schokospringbrunnen im Jahre Null!
Nun stellen Sie sich mal ein Weihnachten vor, an dem Sie Ihr erstgeborenes Kind oder mindestens ein geliebtes Haustier zum Gedenken an die Wunder von dem Alten da oben verfeuern müssten!
Wissen Sie, wie Sie dann Ihrem Nachbarn am nächsten Tag im Treppenhaus begegnen würden? Nee? Sie wissen es nicht? Echt nicht?
Ich sags Ihnen:
Oh, fröhliche Weihnachten Herr Meier!
Ja, danke Frau Schuster, Ihnen auch. Weil ich Sie gerade sehe: Bräuchten Sie gebrauchte Unterwäsche für einen Jungen?
Klar, immer her damit! Ach... da fällt mir ein: Hätten Sie Verwendung für ein gebrauchtes Hundehalsband?
Den Mist hätten Sie garantiert auch verinnerlicht und nachgelebt! Ist doch so. Heute ist es nichts anderes. Sie als Mann zum Beispiel glauben ja auch, dass Dessous in Black ne sexy Geschenkidee wären oder Sie als Frau glauben ja fest daran, dass nur Ihr Braten am Besten schmecken würde.
Sie sind ja so blöd und hassen mich nicht einmal!
Warum eigentlich nicht?
Ich frage Sie allen Ernstes:
Warum hassen Sie mich nicht?
Seit Jahren quäle ich mich mit dieser Frage herum und niemand konnte sie mir beantworten.
Sie tun ja sogar das Gegenteil:
Sie lügen, betrügen, Sie missachten Mitmenschen, Sie lästern den Alten da oben, Sie schlagen Ihre Kinder, Sie betrügen Ihre Ehefrau, Sie zahlen keinen Unterhalt an Ihre Kinder, Sie verurteilen Menschen, Sie sind voll mit dabei, wenn über jemanden hergezogen wird, Sie zahlen Ihre Schulden nicht ab, undsoweiterunsofort.
Im Grunde beten Sie mich mit solchen Machenschaften ja noch an!
Aber ich brauche Ihre Antwort nicht. Ich habe sie mir selbst beantwortet, die Frage, warum sie mich nicht hassen!
Wollen Sie es wissen? Ja?
Wollen Sie wirklich wissen, warum Sie mich nicht hassen?

Weil
Sie es nicht einmal bemerken,
dass es ohne Zuwendung zu Gott
keine Abwendung von mir geben würde!
Aber
was erzähle ich Ihnen? Sie wissen eh alles
besser!
Leben und Tod
Das Leben sollte mit dem Tod beginnen -
und nicht so, wie wir es immerzu erleben!
Warum ist es so, wie es ist?
Normalerweise könnte doch das Leben mit dem Tod beginnen.
Oder etwa nicht?
Du liegst Einmeterachtzig unter der Erde, in einem kalten, dunklen Sarg, der muffig riecht. Nachdem du die Augen aufgeschlagen hast, gräbst du dich dem Licht entgegen. Endlich stehst du neben deinem eigenen Grab, schüttelst den Dreck von dir ab und gehst direkt ins Altersheim.
Monat für Monat fühlst du dich besser und dein Tag kommt, da wirst du diesen Ort verlassen, weil du zu jung geworden bist.
Auf dem Golfplatz spielst du nun ein paar Jahre vergnügt herum, und brauchst dich nicht um das Finanzielle zu sorgen, weil deine Rente pünktlich monatlich auf deinem Konto verbucht wird.
Nachdem du deinen Arbeitsvertrag bei einem Arbeitgeber unterschrieben hast, erhälst du dein Präsent - die goldende Uhr für deine bevorstehende Firmentreue.
Von nun an, beginnst du sehr langsam an zu arbeiten.
Die Jahre vergehen und du darfst dich endlich auf der Universtität für einen Studienplatz eintragen.
Da du all die Jahre genug Geld ersparen konntest, eröffnet dir das Studentendasein täglich ein Leben in Saus und Braus. Die Tage sind kurz, weil die Nächte durchgefeiert werden. Das eEnzigste, was in deinem Kopf herum schwirrt sind Frauen oder Männer und sonstige unnötige Flausen. Durch den vielen Alkohol und die Drogen bist du so richtig abgestumpft worden und es ist an der Zeit, dass die Schulzeit beginnt.
Diese beginnst du mit einer Klassenfahrt im benachbarten Ausland und von nun an wirst du von Jahr zu Jahr blöder, bis du an deinem Stichtag mit einer voller Süssigkeiten prall gefüllten Schultüte im Arm von der Schule fliegst.
Im Sandkasten streitest du dich nun mit deiner grossen Kindergartenliebe und anschliessend dümpelst du neun Monate in einer Gebärmutter herum, damit du dein Leben als Orgasmus beendet kannst.



