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Nele - Abgeblitzt?


Nele - eine Geschichte von einem Mädchen,
das sich in dieser Welt verlor und wiedergefunden ward. Wahr? Unwahr?
Wer weiss das schon so genau.


Der Küchentisch wurde zum Laufsteg erkoren und Alex kam aus dem Staunen über so viel tolle Kinderkleidung nicht heraus. Nele machte es sichtlich Freude ihre neuen Sachen fachfrauisch vorführen zu dürfen. Alex und Ann Brit applaudierten auch tatkräftig. Bir stöhnte hin und wieder gelangweilt.

“Wir haben sämtliche Untersuchungen abgeschlossen und nächste Woche würden wir die Operation durchführen können.” Alex sass mit Nele im Zimmer des leitenden Arztes der Universitätsklinik. “Aufgrund der Zähne könnte das Kind ungefähr acht Jahre jung sein. Alle Milchzähne werden von uns soweit möglich gereinigt, die Vereiterungen im Kiefer werden wir operativ entfernen. Wir müssen ihr den Kiefer dafür aufschneiden. Wenn der Heilungsprozess gut verläuft kann sie in sechs Wochen ein Schnitzel kauen. Wir haben im Grunde Glück, denn die zweite Zahngeneration wird erst durchstossen, wenn sie älter ist.”

Sichtlich müde rutschte das Kind Nele auf dem Schoss von Alex ungeduldig hin und her. Den ganzen Vormittag liefen Untersuchungen und sie hielt tapfer durch.

Der Arzt schob Alex einen Umschlag über seinen Tisch und sagte nachdrücklich:


“Doch ohne Zahlungseingang keine Operation, das muss Ihnen klar sein!”

Alex wurmte die Arroganz seines Gesprächteilnehmers und entgegnete entsprechend:


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“Wissen Sie, es sind mir schon panischere Leute unter gekommen. Keine Angst, ihr bekommt euren Kies schon. Aber dafür werdet ihr euren Job an der Kleinen so machen, als ob es eure eigenen Zähne wären. Ansonsten braucht ihr selbst einen Zahnklempner!”

Er trug Nele in seinen Armen an die Tür. Der Arzt stand mit auf und ging um seinen Schreibtisch herum und hielt Alex am Arm fest.

Wird es zwischen den beiden Männern Streit geben?
Wird das Geld rechtzeitig in der Klinik ankommen?

Fortsetzung folgt.

Nele - Das Kreuz


Nele - eine Geschichte von einem Mädchen,
das sich in dieser Welt verlor und wiedergefunden ward. Wahr? Unwahr?
Wer weiss das schon so genau.

Die Eingangstür wurde plötzlich aufgestossen und zuerst war ein riesiger Karton zu sehen, dahinter eine lange schwarze Kutte. Bruder Markus stand schnaubend mitten in der Küche und stellte polternd einen Karton auf dem Küchentisch ab.


“Was machst du denn hier? Hast du aus deinem Kloster Ausgang oder wie?”
“Witzel nicht, in meinem Alter ist man dankbar noch auf eigenen Beinen stehen zu dürfen, Grüss Gott im übrigen.”

Ann Brit schaute neugierig in den offenen Karton und fischte sogleich ein pinkfarbenes kleines Shirt heraus.

“Oh! Kinderkleider! Schaut mal, wie niedlich!!” Nach und nach fingerte sie Jeans, Jacken, Shirts, Mütze, bunte Söckchen heraus, hielt sie in die Luft, drehte, wendete und befühlte sie. Bruder Markus erzählte dabei, dass es sich im Dorf herumgesprochen hätte, dass Alex nun Ersatzvater wäre und da habe die alte Bäuerin vom Heidehof am letzten Sonntag einen Aufruf zu einer Spende getätigt. Dieser sei auch jeder Bürger im Dorf nachgekommen, wie man sehen könnte.

“Übrigens, ich vermisse euch Sonntags und bitte, ihr beide lebt hoffentlich nicht wild miteinander.” Dabei erhob der Mönch mahnend den Zeigefinger. “Sind Sie die Mutter des Kindes?”

“Zweimal ein `nein`, werter Herr Mönch,” entgegnete Ann Brit, die ihm einen frisch gebrühten Kaffee hinstellte.

“Markus, Bruder Markus. Ich bin beruhigt, dass Sie und Alex nicht wildern.” Dabei lachte er und fingerte sich eine Zigarette aus der auf dem Tisch liegenden Schachtel. “Ich darf doch wieder einmal, dort lassen sie mich ja nicht. Irgendwie habe ich das Gefühl, ich bin im falschen Orden gelandet. Rauchen darfst du nicht, aber das Wort des Herrn predigen sollst du - verkehrte Welten.”

Der Pater lachte herzerfrischend auf und sog den Rauch der Zigarette tief in seine Lungen ein. Wie selbstverständlich blieb Bruder Markus zum Abendbrot.

Als Nele in die Küche kam, blieb sie wie angewurzelt stehen und stierte auf den Besucher. Sie machte eine Kehrtwendung, rannte nach oben in den ersten Stock und kam auch rennend wieder in die Küche hinunter. Ihre Hand legte das Holzkreuz, das in ihrem Zimmer an der Wand hing, zaghaft auf den Tisch. Ihr kleiner rechter Zeigefinger krubbelte am Holz.

Bruder Markus zog sein Kreuz, das er an einer langen Kette um den Hals trug spontan langsam aus und legte es neben Neles Kreuz. Auch er hielt seine Finger über seinem Kreuz.


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Nicht nur Alex war über die Reaktion von Nele perplext, sondern Ann Brit hielt buchstäblich die Luft an. Keiner wusste nun so genau, wie mit dieser Situation umzugehen sei. Bir, die vor der Kommode lag, schien die Lage erkannt zu haben und gähnte Herzzerreissend. Neles Blick fiel auf Bir und sofort war die Stimmung im Raum sichtlich aufgelockert.

Anscheinend war Nele nun ausgeschlafen und so wie Ann Brit die Situation einschätzte, hatte die Kleine sich selbstständig gewaschen und angezogen. Das gemeinsame Essen verlief harmonisch und die Atmosphäre war entspannt. Nach dem Abschied von Bruder Markus unternahmen Ann Brit und Nele eine Modenschau.

Der Küchentisch wurde zum Laufsteg erkoren und Alex kam aus dem Staunen über so viel tolle Kinderkleidung nicht heraus. Nele machte es sichtlich Freude ihre neuen Sachen fachfrauisch vorführen zu dürfen. Alex und Ann Brit applaudierten auch tatkräftig. Bir stöhnte hin und wieder gelangweilt.

Wird die Operation für Nele durchführbar sein?
War die Unterstützung der Dorfgemeinschaft uneigennützig oder verbirgt sich etwas hinter der Hilfe?

Fortsetzung folgt.

Lamindos


Lamindos!
Hä? Was fürn Ding?
Lamindos! Da!

Eine in der Welt ganz unbekannte Vogelunkundlerin hatte bei einem Besuch hier in Schlappland eine Entdeckung in der Vogelwelt. Eine bisher unbekannte Art scheint hier im hohen Norden zu leben.

Wer nun hier behaupten will, es gäbe keine Lamindos in Schlappland, täuscht sich gewaltig.

Hier, meine kleine Besucherin, deine Lamindos!

Du siehst, deine Lamindos sind doch noch rot geworden. Als du hier warst, waren sie ja noch so jung! Erst wenn sie gross sind, werden sie rot.


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Nele - Einfluss von Geld


Nele - eine Geschichte von einem Mädchen,
das sich in dieser Welt verlor und wiedergefunden ward. Wahr? Unwahr?
Wer weiss das schon so genau.


“Ich kenne keinen, der mehr Humor hätte als den dort oben und sein Bodenpersonal auf Erden scheint in der Tat sehr gesegnet zu sein.”


Ann Brit, die das Telefonat strickend in der Ecke des kleinen Büros mit anhörte, bat um Aufklärung über die rätselhaften Worte von ihm und er erzählte ihr, dass er aus seiner militärischen Zeit einen Freund hätte. Damals waren sie aufgrund eines Einsatzes Feinde, doch dieser “Feind” rettete ihm einmal das Leben. Das war der Beginn einer schon seit Jahren existierenden Freundschaft und nun würde er ihm und Nele finanziell behilflich sein wollen.

“Wo ist eigentlich Nele, ich habe sie heute morgen noch gar nicht gesehen!”

In diesem Moment schoss Bir nach oben und stellte sich breitbeinig vor Alex. Er traute seinen Augen nicht als er hinter Bir`s Rücken sah, dass Nele zusammengekauert in der Hundehütte schlief.

“Bir, Bir, Biiiiir!” sagte Alex im ruhigen Ton beschwichtigend und eindringlich zu dem Hund. “Ich tu dir oder Nele nichts!!” Bir schien die Worte nicht zu stören, im Gegenteil. Sie stellte ihre Nackenhaare auf und ihre oberen Fangzähne waren unübersehbar. Alex wich zurück, um ihr genug Raum zugeben, sprach gleichzeitig weiterhin ruhig und besänftigend auf den Hund ein. In gebührendem Anstand setze er sich ins Gras und konnte die gesamte Situation gar nicht fassen.

Nele schlief in Bir`s Hütte und Bir bewachte das Kind, so, als ob sie ein Anrecht auf dieses Menschenkind erhob. Alex war im Grunde erleichtert, denn wenn Nele abgehauen wäre, so wie es ihm im ersten Moment durch den Kopf schoss, wäre ein Problem mehr vorhanden. So brauchte er nur warten, bis Nele ausgeschlafen hätte. Hund und Kind - ein wahnsinniges Gespann.


“Alex?! Telefon!” Rief Ann Brit`s Stimme aus dem Haus in den Garten. Als er aus dem Gras aufstand, um ins Haus zu gehen, sagte er zu der Hündin, dass er ihr alles zugetraut hätte, nur nicht diese vehemente Verteidigung für Nele. Im Grunde war er stolz auf seinen Findelhund. Alex ergriff den Hörer.

“Ja, was gibt es?”
“Ich bin es, David. Um es kurz zu machen, ich habe mit dem Klinikleiter in Luzern telefoniert. Er ist ein sehr offener Kollege und er bittet dich, morgen früh schon zu einer Untersuchung mit Nele vorbeizukommen. Danach wird mir eine medizinische Aufstellung von Diagnose, Therapie, sowie den Kosten zukommen. Die Klinik wird sofort eine Bankbestätigung von mir erhalten, danach ergeht meine Anweisung.”

Alex konnte die Worte seines Freundes noch nicht fassen. Weiter hörte er:

“Ich habe Kollegen von Europolice eingeschaltet. Was ich von dir brauche ist ein Foto von Nele, kannst du mir das heute noch per Mail schicken?”

“Ähm, ja, klar...” kam die stotternde Antwort.

“Es werden mit Hilfe dieses Fotos und einer genauen Beschreibung des Kindes alle umliegenden Grenzländer kontaktiert und dann müssen wir halt warten was passiert.”

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Es war still in der Leitung. “Alex? Bist du noch dran?”
“Ja, klar, ich bin nur platt!”
“Ja, das wird schon. Habe keine Sorge.”
“Aber das dauerte doch eben nicht einmal eine Stunde!”
“Kannst mal sehen, wie schnell Geld wirken kann,” lachte David schelmig ins Telefon. Alex war nach dem Telefonat sichtlich bewegt, ging langsam die Treppe hinunter und erzählte Ann Brit, die in der Küche beschäftigt war, von dieser wunderbaren Neuigkeit.

Die Eingangstür wurde plötzlich aufgestossen und zuerst war ein riesiger Karton zu sehen, dahinter eine lange schwarze Kutte. Bruder Markus stand schnaubend mitten in der Küche und stellte polternd einen Karton auf dem Küchentisch ab.

Wer ist Bruder Markus?
Kann Nele wirklich geholfen werden?
Fortsetzung folgt.

Herr und Frau Lapplandblog



"Weisst du noch, als...."
"Nee, du, das war doch so...."
"Blödsinn, da verwechselst du was, das war so...."
"Ach, ist doch egal jetzt."
"Nein, ist es nicht, denn es war so...."
"Wenn du meinst...."
"Ich meine das nicht, das war so...."



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Läppische Grüsse aus Elchhausen, Schlappland - Skandalavien

Nele - Der Anruf



Nele - eine Geschichte von einem Mädchen,
das sich in dieser Welt verlor und wiedergefunden ward. Wahr? Unwahr?
Wer weiss das schon so genau.


Kein Amt wollte nur einen Millimeter von seinen Paragrafen abrücken. Das hatte Alex bisher noch nie erlebt und musste sich selbst die Frage nach dem “warum” stellen. Bisher waren sowohl Sachbearbeiter wie auch die einzelnen zuständigen Amtsleiter kooperativ. Egal, mit welchen Anliegen er kam. Die Dinge regelten sich auch im Laufe der einzelnen Prozesse von selbst.

War ein Betroffener “clean”, suchte er zuerst leichte Tätigkeit in der Arbeitswelt, um in den Rhytmus des Alltages eintauchen zu können und die notwendigen unterstützenden finanziellen Aufstockungen waren in solchen Zeiten genauso wenig ein Problem, wie ein dringender Arztbesuch ohne Krankenschein. Dieser wurde einfach den zuständigen Stellen nachgereicht. Doch im Falle von Nele schien sich die ganze Behördenwelt gegen das Kind verschworen zu haben.


Alex telefonierte herum, er fuhr persönlich zu den Ämtern hin und mailte, doch nichts half. Das Kind war weder Krankenversichert, noch konnte es an der örtlichen Schule angemeldet werden. Die polizeilichen Recherchen ergaben bisher auch nichts. Niemand schien das Mädchen zuvermissen. Alex rief in seiner Not einen Freund an.

“Hi, Alex hier. Hast du einen Augenblick Zeit?”

Am anderen Ende kam ein dunkles, ausgeglichenes, langezogenes “Mh” zurück.

Aus Alex sprudelte sofort die Geschichte von Nele heraus. “... und wenn ihre Zähnchen nicht gerichtet sind, dann wird sie einen sehr schweren Start in der Schule haben. Kinder sind untereinander sehr grausam und sie muss in die Schule. Ich begreife das alles nicht, warum sie alles abblocken. Das Einzigste, was denen Recht wäre, wenn sie in ein Heim käme, doch sie ist für meine Begriffe psychisch noch nicht so stabil, dass sie einen Wechsel verkraften würde. Sie beginnt ja erst im Moment zu mir Vertrauen aufzubauen und so wie ich ihre Persönlichkeit einschätze, würde sie in einer neuen Einrichtung abhauen. Dann kann die Sitte oder die Drogis sie wieder auflesen. Sie sähe einen Wechsel als Vertrauensbruch an. Ich habe im Moment den ganzen Scheisse satt. Ehrlich! Bist du eigentlich noch dran?”

Wieder ein dunkles und ruhiges “Mh” am Ende der Leitung.

“David, sag, was denkst du zu alle dem? Herrgott noch einmal, sag doch was, irgendetwas!”

“Gib mir einmal die Adresse von der Klinik, der Krankenkasse, die Namen der dort zuständigen Sachbearbeiter, wir übernehmen die Kosten für die Beisserchen halt eben privat. Da kannst du gleich sehen, wie schnell die Kollegen ein Bett frei haben für sie.” Drang es sehr trocken am anderen Ende der Leitung in das Ohr von Alex hinein.

Alex fiel fast der Hörer aus der Hand, als er das Angebot von seinem Freund am anderen Ende der Leitung hörte und schrie beinahe laut in den Hörer:

“Du willst das privat zahlen? Weisst du, was das kosten kann?”

“Ja, besser das überflüssige Geld in die Zukunft eines kleinen Menschen zu spenden, als davon ein paar unsichere Aktien an der Börse einkaufen. Sei ganz beruhigt, wir schaukeln das Kind schon und das im wahrsten Sinne des Wortes.”

Als das Telefonat beendet war, lehnte sich Alex im Stuhl zurück und schüttelte überwältigt den Kopf.

“Was ist mit dir?”

Alex hatte die Augen geschlossen und hob den Zeigefinger in Richtung der Zimmerdecke.

“Ich kenne keinen, der mehr Humor hätte als den dort oben und sein Bodenpersonal auf Erden scheint in der Tat sehr gesegnet zu sein.”

Ann Brit, die das Telefonat strickend in der Ecke des kleinen Büros mit anhörte, bat um Aufklärung über die rätselhaften Worte von ihm und er erzählte ihr, dass er aus seiner militärischen Zeit einen Freund hätte. Damals waren sie aufgrund eines Einsatzes Feinde, doch dieser “Feind” rettete ihm einmal das Leben. Das war der Beginn einer schon seit Jahren existierenden Freundschaft und nun würde er ihm und Nele finanziell behilflich sein wollen.

“Wo ist eigentlich Nele, ich habe sie heute morgen noch gar nicht gesehen!”


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Alex ging zwei Türen weiter. Sein Büro lag auch auf der ersten Etage. Er schaute in Neles Zimmer, doch sie war nicht dort. ‘Sie ist ab...!!’ schoss es Alex durch den Kopf und rannte die Holztreppe vom ersten Stock nach draussen in den Garten. Ihm wurde siedenheiss im Innern und als er ihren Namen brüllte, drehte er sich dabei selbst im Kreise. Seine Augen jagten suchend hin und her. Bir lag vor ihrer Hütte und zwischen ihren Pfoten umfasste sie den kleinen Stoffelch, den Nele vor wenigen Tagen geschenkt bekommen hatte.

“Scheisse!” sagte er eher leise zu sich selbst, ging auf Bir zu und wollte das Stofftier aufheben.

Wo ist Nele geblieben?
Werden die Ämter die Hilfe von David akzeptieren?
Fortsetzung folgt

Helisches Einknipseln


Nachdem mich ja etliche Mails erreicht haben, wie es zu dem “
Wildlifeknipseriene” - Bild kam, hier nun einen kleinen Auszug des Ausfluges.

Zu aller erst einmal hatte unser Besuchsfotograf etliche Kisten zu verstauen gehabt. So lange Objektive und so eine Masse von Gurten und Fotoapparate habe ich in meinem Leben noch nie auf einen Platz gesehen.

Ein Objektiv lag als Beispiel hier auf dem Küchentisch.
Mensch!
Da wäre am anderen Ende nicht einmal eine Tasse Tee hinzuzustellen gewesen!

Da wurden alleine vier Stative eingepackt, jede Menge Akkus fein säuberlich in Wasserfeste Tütchen eingeschlagen, die wiederum in Wasserfeste kleine Boxen. Anschliessend wurd die gesamte Technik in ausgepolsterten Alukisten jeglicher Grösse verstaut.

Damit nicht genug.

Ein eigens mitgebrachter Assistent schleppte die Kisten in ein Auto und dann fuhren wir zum Helikopter. Das war der Zeitpunkt, an dem die Magengegendschmetterlinge bei mir eine Party feierten. Bevor wir in dem ausgesuchten Gebiet gelandet sind, habe ich mich "eingeknispelt".

So wie der “Profi” mir es geraten hatte.
“Mädchen, einfach draufdrücken. Üben, üben, üben.”

Naja, ein "Einsingen" oder ein "Eintanzen" kenne ich ja, aber ein "einknispeln"?

Ein einziges Bild erachtete der Besucher aus dem Helikopterübungsknipseln als sehr gelungen.


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Läppische Grüsse aus Elchhausen, Schlappland - Skandalavien

Nele - Ravioli wachsen im Garten


Sehr langsam lenkte Ann Brit ihren Wagen die holprige Strasse hinauf, die auf den kleinen Berg führte. Es war eine wunderschöne Gegend. Die Tannen bogen ihre Spitzen im Wind, Vögel zwitscherten um die Wette, Hasen schienen sich Wettläufe auf den Feldern zu geben. Rehe, die am Waldesrand ästen, hoben nur kurz ihren Kopf um zu schauen, wer hier entlang gefahren kam.

Endlich hatte sie das kleine Anwesen erreicht und sie sah Alex an der Wäscheleine stehen. Sie erkannte die kleine Jeans und den bunten Pullover wieder, die dort an der Leine im Wind flatterten und nur zögerlich stieg sie aus dem Wagen. Alex drehte sich zu ihrer Richtung hin um und ging auf sie zu. Nun machte sich Unsicherheit in Ann Brit breit.

“Wo ist dein Kollege?”

“Radeln. In den Alpen. Wir haben eine Woche Dienstfrei.”

“Habe die Klamotten von ihr ausgebessert und gewaschen,” sagte Alex mit wichtiger Stimme. “Sie kann ja nicht immer mit meinem übergrossen Shirt herumlaufen.”

Dabei strich er mit der Rechten über den Hosenstoff, so, als ob er prüfen wollte, ob sie schon trocken sei.

“Stört dich mein Besuch?”

“Ja,” entgegnete Alex unwirsch und verschwand im Haus. Ann Brit schleppte einen Karton in die Küche und stellte ihn entkräftet auf den wackeligen Tisch.

“Ich habe eingekauft.”

Alex drehte sich um und sah sie erstaunt an, deutete auf den Karton und raunzte:

“Ich kann das aber nicht bezahlen. Ich hätte nie so viel einkaufen können von den paar Kröten, die mir bleiben. Ihr Bürgerlichen seit alle gleich. Wendet eure Masstäbe auf alle anderen eurer Mitmenschen an! Ohne Nachzufragen ob das eigentlich in Ordnung ist.”

Drastisch entgegnete sie barsch:
“Du? Ich habe eingekauft und will auch kein Geld ersetzt bekommen und ich bin nicht wie andere, merk dir das!”

“Du hast ja Haare auf den Zähnen,” bemerkte Alex flappsig und klappte einen Deckel vom Karton zurück. Er pfiff zwischen die Zähne und hob eine Dose Ravioli hoch.

“Nobel geht die Welt zu Grunde, aber so einen Scheiss machen wir hier selbst. Teig, Hasenfleisch mit Spinat aus dem Garten als Füllung und genüsslich essen. Komm mal mit mir, du grosszügige Bügerliche!”

Alex nahm Ann Brit an die Hand und zog sie aus dem Haus hinaus, weiter auf einen kleinen Weg, der um das Haus herum gelegen war, bis sie beide vor einem Zaun standen.

“Das, meine liebste bürgerliche Konsumtante, das ist Leben und dort wachsen auch die Ravioli.”

Dabei deutete er in eine Ecke des umzäunten Gartens.

“Prima, aber das sind keine Ravioli, die du dann kochst, sondern Maultaschen. Ravioli sind mit Tomatensosse. Ätsch!”

Alex verzog das Gesicht und er musste sich nun entscheiden ob er nun innerlich beginnen sollte, sich über ihre Keckheit zu erbosen oder ob er über die ganze Angelegenheit laut lachen sollte. Er entschied sich für ein murmelndes:

“Weiber...” und stapfte davon.

Ann Brit kam wutentbrannt wieder in die Küche und sah, wie Alex den leeren Karton auf den Boden stellte. Den Inhalt sah sie jedoch nicht. Bevor sie Luft für eine Wortattacke holen konnte hörte sie ein kleinlautes

“Danke.” Nach einer Pause: “Und du willst wirklich keine Kohle dafür?”

“Nein, warum auch? Ich wäre aber einer Einladung ‘Ravioli a la Alex’ nicht abgeneigt.”

Grinsend legte sie den Kopf zu Seite. Alex holte schweigend einen Topf, zwei Dosen Ravioli, die er schon in den Vorratsschrank verstaut hatte, öffnete sie, schüttete den Inhalt in den Topf und stellte ihn auf den Herd.

“Umrühren kannst du wohl selbst, oder?"

“Du bist...”

Wieder stieg Wut in ihr hoch. Erst machte er ihr den Vorwurf, wegen des Einkaufes, dann liess er sie einfach am Zaun stehen und nun sollte sie noch selbst kochen? Er beugte sich zu ihr hinunter und warnte sie davor, was sie nun sagen würde, könne sie nie mehr rückgängig machen. Dabei grinste er, ging an ihr vorbei, hinaus aus dem Haus. So kochte Ann Brit die Ravioli Tellerfertig und rief Alex herbei.

“Bring die Kleine bitte mit, ja?”

Alex, Ann Brit und Nele sassen nun gemeinsam am Tisch. Nele ass nun schon mit Gabel und Löffel. Anscheinend hatte man es versäumt ihr die grundlegensten Tischmanieren zu erlernen. Sie lernte sehr schnell und Alex und sie stolzten um die Wette.

Bir lag mittlerweile wie selbstverständlich unter dem Küchentisch. Obwohl Alex Nele mit aller Gewalt nicht anschaute, registrierte er sehr wohl, dass Nele einzelne Ravioli laut lutschend von der Tomatensosse befreite und unter den Tisch verschwinden liess. Ann Brit grinste Alex verstohlen an.

Beide sassen nach dem Essen draussen vor dem Haus auf einer Holzbank und tranken Kaffee. Die Sonne tanzte mit ihrer letzten Kraft auf dem Schneebedeckten Gipfel der vor ihnen aufragenden Bergkette. Dunkle Schatten der in der Luft umherschwirrenden abendlichen Insekten malten ihre Kreise. Das kleine Bergflüsschen, das sich im Dickicht des Waldes tummelte, sang sein tägliches Lied über das Tal hinweg.

“Du warst beim Militär?”

Alex sah sie erstaunt an, fragte sich innerlich, woher sie das wisse und nickte.

“Machte dort meinen höheren Schulabschluss nach und war bei einer Spezialeinheit. Volle achtzehn Jahre meines Lebens lebte ich in der vielgepriesenen anständigen Gesellschaft.”

Alex schüttelte den Kopf, so, als ob er es selbst nicht fassen konnte.

“Wie ist es möglich, dass einer wie mit deiner Vergangenheit so eine Karriere beim Staat erleben darf?”

“Oh, das ist einfach. Klappe halten, fleissig sein und jeden Morgen daran denken, dass der Suppenteller, den sie dir hinschieben, dich satt macht. Ohne, dass du dafür die Mülltonnen der feinen Vorgartengesellschaft durchwühlen musst.”

Ann Brit sah ihn erschrocken an und schluckte. Eine Gänsehaut durchzog ihren Körper bei dem Gedanken, verfaultes Obst und die restlichen Tropfen aus einer Milchtüte trinken zu müssen, nur um nicht zuverhungern.

“Aber... du warst doch noch so jung! Du hast aus der Tonne gelebt? Von dem, was die anderen weggeworfen hatten?” fragte sie ungläubig erstaunt.

“Was denkst du denn? Das ist Realität. Denkst du allen Ernstes, jedem erginge es so prächtig, wie so manchem Massenbürger hier im Lande? Schau doch in die Hinterhöfe, gehe in die Schulen. Setze dich einmal zu einer Mutter, deren Lebensinhalt das Saufen ist und erlebe den Alltag ihres Kindes. Die meisten Kinder wissen nicht einmal was ein Pausenbrot ist. Diejenigen, die das “Sagen” im Land haben, die wissen nicht einmal dass es Löhne gibt, die unter der fünf Eurogrenze liegen. Denen ist doch gar nicht klar, wer ihnen das Klopapier und die Orangen in den Supermarkt karrt. Es interessiert sie auch nicht.

Die Masse, die dafür arbeitet, damit sie ihren kleinen Wohlstand erhalten darf, ist derartig beschäftigt mit sich selbst, dass sie keine Zeit mehr hat, die Schwemme der Informationen, die ihnen geboten wird, auszusortieren. Sie begreifen die Zusammenhänge des grossen Spieles nicht, weil sie vorgekaut bekommen, was sie zu lernen und vor allem, was sie zu glauben haben.”


Ann Brit war still geworden. Sie hätte Alex so viel Weitsicht und Wissen über die momentane vorherrschende Lebenskomplexität gar nicht zugetraut, nach alle dem, was sie über ihn bisher von anderen hören musste. Es schien, Alex wusste wesentlich mehr, als nur das, was sie bisher erfahren hatte.

“Wie bist du eigentlich dazu gekommen, Drogenabhängigen zu helfen, wenn ich dich das fragen darf?”

“Als ich von der ganzen Scheisse weggekommen bin, wurde mir klar, dass meine eigene Vergangenheit einen Sinn haben musste. An meinem Leben begann ich richtig zu hängen, als ich bei einem Einsatz einmal durchdrehte und mir das Leben von einem anderen gerettet wurde.”

Alex sagte danach sehr leise, dass nach allem, was hinter ihm lag, er ein Versprechen gab. Nämlich das Versprechen, denjenigen Menschen behilflich zu sein, die ihm auf seinen weiteren Lebensweg gestellt würden.

Nele kam plötzlich um die Ecke. In ihrem übergrossen Shirt sah sie wie ein kleines Gespenst aus. Ihre Hand hielt das Ohr von Bir, die an ihrer Seite mittippelte. Bir schaute zuerst Alex an, danach mit einem von unten nach oben gerichteten Seitenblick auf Nele. So, als ob sie den beiden auf der Bank sagen wollte, dass sie auf Nele aufpassen würde.

Nele steckte ihren Daumen in den Mund und begann an ihm zu nuddeln. Ihre Augen sahen müde aus. Bir hob dezent den Kopf zur Seite, setzte sich zögerlich in Bewegung und Nele folgte dem Hund Richtung Hundehütte. Dort legte sich Bir ab. Nele stand einfach nur da. Alex ging zu den beiden hin, nahm Nele mit den Worten, dass es Zeit zum schlafen wäre, auf den Arm und brachte die Kleine ins Bett.


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Mittlerweile hatte Nele ein eigenes Zimmer. Eines, in dem normalerweise betroffene Hilfesuchende kostenfrei über die Zeit ihres Drogenentzuges wohnten.

Ann Brit trat in das kleine neue Kinderzimmer und sah einen Mann, der am Boden vor dem Bett hockte und es sah so aus, als ob er aus einem Buch vorlas.

“Die Männer jammerten: Wir haben aber nicht so viele Brote um die Menschen satt zu machen und so viel Geld haben wir auch nicht, damit wir genug Brot kaufen könnten. Da winkte der nette Typ mit der Hand nur ab und auf einmal waren alle Brotkörbe mit gaaaanz viel Brot gefüllt und jeder Fan bekam eine Schnitte. So wurden alle Menschen satt!”

Ann Brit ging sehr leise die Treppe hinunter und spitzte dabei die Ohren. Irgendwoher kam ihr diese Geschichte bekannt vor, doch sie konnte sich nicht erinnern, woher.

In der Küche kochte sie noch einen Tee und sie und Alex redeten fast die halbe Nacht. Weil es schon sehr spät für ihren Heimweg war, nahm sie das Angebot eines Gästezimmers von ihm an.

Wird Alex für Nele Unterstützung erhalten?
Wie geht es mit Ann Brit und Alex weiter?
Fortsetzung folgt

Nele - Sie sind auch grün


Als die beiden Streifenpolizisten gegangen sind räumte Alex seine Küche auf. Die benutzten Tücher verschwanden im Feuer, die zerbrochenen Becher in einem Pappkarton neben der Küchentür, der als Mülleimer diente, danach wischte er Tisch und Boden fein säuberlich auf.

Oft hielt er in seiner Arbeit inne, lauschte, ob er etwas aus dem Nebenzimmer hören würde. Nachdem die Küche wieder nutzbar war, lehnte er am Türrahmen, rauchte dabei eine Zigarette und beobachtete das kleine Menschenbündel, das in seinem grossen Bett buchstäblich verschwand.

Noch nie zuvor hatte er eine so junge Drogenabhängige gesehen und er war schon lange in dem Metier. Diese Tatsache stach ihm mitten ins Herz. Er musste unweigerlich für einen kurzen Augenblick an seine eigene Vergangenheit denken. Abrupt drehte er sich zur Küche hin um, so, als ob er den Gedanken wegkatapultieren wollte.

In der Küche nahe dem Ofen stand eine alte Küchenbank. Als er sich dort sein Schlafgemach richten wollte, hörte er Geräusche aus dem Nebenzimmer.

Nun geht es los, dachte er bei sich und schnappte sich einen Eimer, den er sich schon nach dem Bodenwischen bereit gestellt hatte. Er hievte den schwachen Oberkörper der Kleinen nach oben und sie begann sich zu übergeben.

Alex wusste, was nun kommen wird. Die Hölle. Für ihn und für die kleine Unbekannte in seinen Armen. Nach sechs harten Tagen war der Drogenentzug, den Alex begleitete, von ihr durch.

Alex galt in der Region als der, der sich auskannte und viele baten ihn um Unterstützung. Staatliche Therapieplätze waren Mangelware und Alex war einer von "ihnen". Ein Ehemaliger zwar, aber einer von "ihnen". Er verstand ihre Sprache, ihre Sorgen und Nöte.

Sie schlief unruhig, ihr Gesicht sehr blass, ihr Atem heftig und sie hatte immer noch keinen Namen. Er wandte sich mit der Geschichte des Mädchens an Freunde und bat um Mithilfe. Denn ihm wollte kein Name einfallen, so sehr er auch darüber nachdenken wollte. Insgeheim gestehte er sich ein, dass er vielleicht mehr schlecht als recht einen Drogenentzug begleiten könnte, aber Namen verteilen? Das schien nicht sein Ding zu sein.

Endlich!

Eine Freundin schlug ihm einen Namen vor und dieser gefiel Alex sogar selbst. Nein, es war eher die Hintergrundgeschichte der Namensgebung, die ihn veranlasste genau diesen zu nehmen.

Von nun an sollte die kleine Unbekannte
Nele heissen.

Alex war erleichtert, denn er war noch nie in seinem Leben in einer Situation, in der er mit einem namenlosen Menschen zu tun hatte. Er wusste aus seiner Erfahrung heraus, dass Nele nach dem Entzug ein klein wenig leichte Nahrung zu sich nehmen musste und kaufte von seinem letzten Geld Haferflocken und Eier.

Er war seit er denken kann immer knapp bei Kasse. Einmal musste das Dach, das andere Mal die Wasserleitung repariert werden oder auch der Kaminfeger kam und wollte sein Geld. Als der Brei für Nele fertig auf dem Tisch stand, ging Alex in das Zimmer in dem sie auf dem Bett leise vor sich her weinte. Er kniete vor ihr auf dem Boden, nahm ihre kleine in seine riesige Hand und schaute sie nur an.

Leise sagte er das erste Mal ihren neuen Namen:
“Nele? Ich habe Essen gekocht. Magst?”

Nele schaute ihn mit grossen Augen an und die Tränchen kullerten ihr nun noch dicker die Wangen hinunter. Sie löste ihre kleine Hand aus der seinigen und legte ihre beiden abgemagerten, zerstochenen, mit Blutergüssen übersäten Ärmchen um seinen Hals. Alex wusste nicht so recht was er nun tun sollte, denn ein Kind hatte er noch nie im Arm. Instinktiv legte er seine beiden Arme um sie und trug sie in die Küche.

Dort liess er Nele auf dem Stuhl nieder. Zaghaft schauten sich ihre immer noch mit dunklen Rändern umrahmten Augen in der hellen Küche um. Danach nahm sie den Teller und wollte den Brei auslecken. Alex stoppte sie, indem er den Teller festhielt und sagte, sie solle doch den Löffel nehmen. Irgendetwas schien mit ihr nicht zustimmen, denn sie hielt krampfhaft den Teller fest, beugte ihren Kopf zum Brei und begann ihn aufzulecken. Alex liess den Teller los und setzte sich ihr gegenüber.

“Warum nimmst du nicht den Löffel?”

Nele liess sich nicht beim Brei schlecken stören. Alex beugte seinen Kopf bis fast auf die Tischplatte und versuchte ihr in die Augen zu schauen.

“Ey, die sind ja grün! So wie meine.”

Da schaute sie ihn mit Breiverschmierten Mund an und grinste. Das erste Mal reagierte sie mit einem Lächeln auf Alex und bevor ihm vor Freude die Tränen in die Augen schiessen konnten, klirrte der Teller auf den Tisch und zerbrach. Nele begann wie von Sinnen an zu schreien und verkrampfte sich am ganzen Körper. Alex eilte zu ihr hin, wollte sie in den Arm nehmen, sie beruhigen, doch sie war wie weggetreten. Alex verfolgte ihren starren Blick, der in Richtung Kommode ging und sah den Auslöser am Boden liegen.

“Bir, ab!”

Zischte Alex durch die Zähne und der Hund trottete ohne Widerwillen sofort aus der Küche. Alex hatte einige Zeit zu tun, bis Nele sich beruhigen konnte, danach schlief sie in seinen Armen ein.

Bir war der Hund von Alex. Ein Findelhund, wahrscheinlich so alt wie Metusalem und aufgrund seiner Vorgeschichte eher ein Freiheitsliebender, als ein Hund, der das Sofa vorziehen würde.

Normalerweise ist Bir nie im Haus, warum ausgerechnet jetzt? Jetzt, wo die Kleine da war?

Die Nacht verlief seit Tagen das erste Mal etwas ruhiger und am nächsten Morgen winkte sogar die Sonne als Begrüssung durch die Fenster.

Nele konnte oder wollte nicht mehr ohne Alex. Überall wo er hinging, hing sie ihm an den Fersen. Erschreckt hatte Alex feststellen müssen, dass Nele kaum Zähne im Mund hatte und die, die noch vorhanden waren, waren schwarz vor Fäulnis und stanken entsprechend. Er schätzte sie auf ungefähre acht Jahre.

Nele sprach nichts. Kein Wort. Dafür sprachen ihre Augen Bände. Alex wusste in wenigen Tagen, ob Nele sich wohl- oder unwohlfühlen würde. Er brauchte nur ihre Augen betrachten.

Irgendetwas geschah mit Alex. Was, das konnte er nicht ausdrücken. Doch wenn Nele bei ihm in der Nähe war, wenn es ihr gut ging, war in ihm eine unbeschreibliche, nie zuvor dagewesene innerliche Ruhe, die er so noch nie kennengelernt hatte. Ging es Nele schlecht, litt Alex derartig, dass im jedes Mal speiübel wurde.

Nun hiess es neben den anderen Aufgaben auch, Neles Zähne richten zu lassen, denn ihr Zustand war einigermassen stabil und bevor sie in die Schule ging, sollte doch mit ihr alles in Ordnung sein. Hinzu kam noch, dass die Eltern von ihr gefunden werden mussten. Es gab dementsprechend noch einiges zu tun.

Die Odysee mit den Behörden nahm ihren Lauf.

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Nele wurde nun bei der örtlichen Polizeibehörde von ihm als “aufgefunden” gemeldet, das Jugendamt weigerte sich, die Kosten für einen Zahnarzt, geschweige denn für einen Allgemeinmediziner zu übernehmen. Die Schulbehörde verwies Alex zum Jugendamt und dieses wiederum an die Polizei. Denn solange die Eltern nicht ausfindig gemacht wären, liefe gar nichts.

Alex kannte sich aus mit den Ämtern und baute sich im Laufe der Jahre recht gute Kontakte auf. Die brauchte er auch, weil sich so manch Drogenabhängiger bei ihm verirrte und Alex liess niemanden nach dem Entzug ins kalte Wasser springen.

Von A wie Arbeitssuchender bis Z wie Zuzahlungen für Miete. Alex kannte jedes Formular, das einem Menschen einen neuen Start ins Leben schenken könnte. Doch dieses Mal schien sich jeder gegen ihn verschworen. Nichts schien sich bewegen zu lassen, für sein
Findelkind Nele
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und dann streikte noch sein alter franzöischer Kastenwagen.

Wird Nele weiter auf den Hund so panisch reagieren?
Sind die Reaktionen der Behörden Hilflosigkeit oder Willkür?

Fortsetzung folgt

Wildlifeknipseriene



Ausflug mit einem ortskundigen Mitmenschen. Pause.

Der Rücken ruht an einer Birke, Rückenschrubbelangenehm. Der Fotoapparat ruht neben den Beinen, Augen schauen in die Natur. Da ein Zäpfchen, dort ein Blümchen.

Vor uns ein See, knipsel, knipsel, ach wie schön!
Plötzlich!

Ungefähr 40 Kilogramm breschen von rechts aus dem Dickicht. Einfach geknipst, egal wie. Einfach nur knipsen. Links im Dickicht verschwunden.

Psyche signalisiert: Du? Das war ein Wolf.
Innerlicher Indiekniegehgang.

Bild leicht nachgeschärft. Naja.
Auf alle Fälle "mein Erster".
Anschliessendes Lob vom "Profiknipser":

Nun bist du eine echte Wildlifeknipseriene.
(
verlegen )

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Läppische Grüsse aus Elchhausen, Schlappland - Skandalavien